Skandinavien - mit dem Motorrad ans Nordkap - 1982

Im Besitz eines Motorrades zog es mich in die weite Welt. Ich stellte mir die Freiheit so vor: Motorrad, Zelt und Schlafsack und los geht es. Übernachten wo ich müde bin und fahren, fahren bis der Hintern schmerzt. Eine Reise zum Nordkap war DER Klassiker bei Motorrad Reisenden. 

1982:  Ich fuhr alleine los in der Hoffnung, irgendwo schon Kontakte zu finden. Aber leider fand ich kaum geeignete Reisepartner. So war ich oft alleine und schon bald plagte mich die Einsamkeit. Dazu begleitete mich auch oft schlechtes Wetter. 

In Kopenhagen besuchte ich das Tivoli. Ein Freizeitpark wo mich die riesigen Spielhallen faszinierten. Von Schweden fuhr ich mit dem Schiff in 24h nach Finland über. Die Seefahrt war sehr interessant und ich war in Begleitung von zwei deutschen Motorradfahrern. In Imatra, an der finnisch-russischen Grenze war ich Zaungast am Grossen Preis der Motorräder. Leider überschattete ein tödlicher Unfall das Geschehen und ich reiste ziemlich verstört ab. 

In Pieksämäki, eine Kleinstadt in Finland besuchte ich eine Brieffreundinn. Ihre Familie nahm mich für ein paar Tage auf und ich schlief wieder mal gut in einem weichen Bett am Trockenen. 

Danach reiste ich weiter nordwärts durch Finland. Geprägt von den vielen Seen endete die Strasse oft am Ufer wo Fähren ein Weiterkommen ermöglichten. 

Weiter ging es nördlich des Polakreises in Norwegen. Ich erreichte das Nordkap bei äusserst kaltem Wetter mit Nieselregen. Nach einer kalten Nacht im Zelt war auch der nächste Tag nicht besser. So verliess ich den Ort ziemlich enttäuscht, weil ich praktisch nichts sehen konnte. 

Unterwegs überredete mich ein französischer Begleiter zu einem Abstecher zu den Lofoten. Eine Inselgruppe vor der norwegischen Küste. Auch hier war es kalt und grau. Aber ich war fasziniert von den Bergen und an einem trockenen Tag stiegen wir gemeinsam auf einen Berg wo wir eine tolle Aussicht auf die Stadt Svolvaer hatten. 

Zurück am Festland lag nun eine lange Fahrt entlang der Küste Norwegens vor mir. Viele Fjorde mussten umfahren werden. Endlich, nach endlosen Kilometern erreichte ich Oslo. Ein schöne Stadt wo es nun auch wieder wärmer und trockener war. Hier besuchte ich das bekannte Kontiki Museum und die grosse Skisprungschanze. 

In Oslo verschiffte ich auf eine Fähre die direkt nach Kiel fuhr. Von da war es gemessen am Erlebten ein Katzensprung zurück in die Schweiz.

 

Ich übernachtete meist irgendwo in der Wildnis im Zelt. Selten auf Campingplätzen. Das Essen war teuer und die erhofften Imbissbuden ziemlich rar. Ich erinnere mich, dass ich oft hungrig war. Nur in grösseren Städten fand ich Shops wo ich einkaufen konnte. Mein Gaskocher wärmte oft Suppen oder Büchseninhalte. Die Butter war gesalzen, dafür das Brot fade ohne Salz. 

Ich machte Fotos resp. Dias. Leider waren viele Fotos nicht gut und zu oft war ich zu faul um anzuhalten und schöne Sujet's festzuhalten. 

Trotz allem erinnere ich mich gerne an diese Reise. Im Gegensatz zu damals würde ich mich heute an der Einsamkeit und Weite erfreuen. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0